Zur Startseite

 

Bericht von der Vorlesung an der Technischen Universität
in Braunschweig am
23.01.2018 von Dr. Hubert Zitt

Am 23.01.2018 hielt Dr. Hubert Zitt wieder einen seiner
berühmten Star Trek Vorlesungen an der Technischen Universität in
Braunschweig.
Thema war dieses Mal
"Künstliche Intelligenz & Science-Fiction", der eher am Rande mit Star Trek zu tun hatte.


Dies war die
neunte Star Trek Vorlesung an der Uni in Braunschweig, bei der ich dabei war, aber insgesamt schon die elfte, die hier stattgefunden hat. Deshalb wusste ich, was mich erwartete und ich wurde nicht enttäuscht. Dieses Mal fand die Veranstaltung im Uni-Hörsaal PK 2.1 statt, vermutlich dem ältesten Hörsaal der Uni...

 

Und so war's

Hinweis: Dieser Bericht wurde von Dr. Hubert Zitt verifiziert!


Anreise

Meine Anreise war etwas anders, als in den Jahren zuvor. Wir sind also nicht gleich zu dritt oder zu viert zur Uni gefahren, sondern getrennt. Weil ich noch etwas (sogar in der Nähe zur Uni) zu erledigen hatte, bin ich anschließend direkt zu •Hermann's Café Bar gegangen, wo mich Peter Kernspecht, mein GTJLCARS.de-Event-Fotograf, bereits erwartete. Ein paar weitere Freunde stießen dann später auch noch zu uns. Bei einem Bier bzw. Kakao vertrieben wir uns die Zeit bis zum Vortrag.

Ankunft

In diesem Jahr fand der Vortrag nicht im schönen großen Saal SN 19.1 statt, sondern im Saal PK 2.1, der ein Relikt aus den Anfängen der Uni zu stammen schien. Als wir ankamen, war der Hörsaal noch geschlossen und die Besucher sammelten sich bereits davor. Irgendwann ging aber einer rein... (es war nämlich gar nicht abgeschlossen) und dann folgten alle anderen.

In diesem Saal war alles alt, was nur alt sein konnte!

 
Uralter Hörsaal mit Hightech-Beamer


Irgendwie war auch dieses Mal alles anders. Hubert war schon da und hantierte an seinem Laptop herum und wunderte sich über den niedrig aufgelösten Beamer, der ein eher schmächtiges Bild an die Leinwand warf. OK,  Leinwand war nicht das richtiger Wort - eher die weiße Wand ganz oben über der obersten Tafel. Dadurch, dass der Beamer im Bezug zur Projektionsfläche recht weit unten stand, wirkte das Bild trapezförmig verzerrt.

Es waren auch einige Mitglieder der Euroavia da, die Hubert mit der alten Technik zur Seite standen.
Ich ging zu ihm und den Euroavia-Mitgliedern, um alle zu begrüßen, wir wechselten ein paar Worte. Anschließend suchte mir einen Platz in der ersten Reihe, die so eng war, dass man null Beinfreiheit hatte und fast senkrecht nach oben zur PowerPoint-Präsentation gucken musste - was auch der Grund ist, warum meine Fotos so deformiert sind. Einige habe ich versucht mittels eines Bildbearbeitungsprogramms auszurichten. Die Ergebnisse siehst du dann weiter unten im Bericht oder mittendrin.

 

     
Vorbereitungen


Als ich schon saß, fiel mir auf, dass ich noch gar nichts an die Tafel geschrieben hatte, was ich nun nachholen wollte - das war aber gar nicht so einfach, weil alle anderen wieder aufstehen mussten - wie im Kino...

 

Wie jedes Jahr machte Peter Kernspecht die meisten der Fotos auf dieser Seite. Die anderen Fotos stammen von mir.
Und wieder geht mein herzlicher Dank an Peter. Wer welches Foto gemacht hat, kannst du ganz einfach an der Qualität erkennen - die von Peter sind einfach viel besser - ansonsten trägt jedes Foto eine Signatur.

Du kannst die meisten Fotos anklicken, um sie zu vergrößern.

         
     Fotos von Peter Kernspecht und mir (der Kamera-Unterschied ist leicht zu erkennen)

Die Fotos findest du wie sonst •unten und zum Teil innerhalb dieses Berichts.

Passende Links zum Vortrag gibt es ebenfalls unten auf dieser Seite oder gleich


 Einleitung

Bisher war es immer so, dass der Präsident der •Euroavia Braunschweig, eine kleine einleitende Präsentation hielt, in der die Euroavia kurz vorgestellt wurde. Das war bei dieser Veranstaltung aber nicht der Fall. Der Präsident hat stattdessen ein paar kurze Worte zur Euroavia verloren und dann schon unmittelbar zu Hubert Zitt abgegeben.

Anmerkung: Der Sponsor dieser Vorlesung, Herr Rechel von der Öffentlichen Versicherung war dieses Mal nicht anwesend.


Der Präsident der Euroavia Braunschweig Tom Rothe


Dr. Hubert Zitts Vortrag beginnt

Hubert Zitt hat sich wirklich über diesen alten Vorlesungssaal gefreut. Auf der linken Seite gab es ein altes Pult mit Lichtsymbolen für verschiedene chemische Elemente (Periodensystem), die man mit einem Schalter beleuchten konnte und er amüsierte auch über einen "antiken Laserpointer" (einen alten Zeigestock, der auf dem Tisch lag)

Nachdem er alles sorgfältig studiert hatte, konnte es dann auch mit dem Vortrag losgehen

Er erzählte kurz, dass es heute einen Vortrag in der "Extended Version" gäbe - der Vortrag umfasste 129 PowerPoint-Seiten!


Ein interessantes Periodensystem

Da es kein direkter Star Trek-Vortrag, sondern einer über künstliche Intelligenz und Science Fiction war, gab es bei diesem Vortrag, nicht wie sonst üblich, keine Auflistung darüber, wie viele Star Trek-Filme und Serien  es gibt, sondern es ging gleich zur Sache!

 

 

 

 


Der antike Laserpointer

Zwei Arten von KI

Zuerst stellte Hubert fest, dass es zwei Arten von künstlichen Intelligenzen in SciFi-Filmen  gibt.

1. den humanoiden Roboter (Androiden)  - Z. B. Data aus Star Trek TNG oder Ava aus dem Film Ex Machina

2. die körperlosen Intelligenzen - Z. B. HAL 9000 von 2001: Odyssee im Weltraum oder die Sprachsoftware Samatha im Film Her.


Beispiel einer körperlosen KI ist HAL 9000 aus dem Film 2001: Odyssee im Weltraum
 

Künstliche Intelligenz (KI) umgibt uns in der realen Welt heute schon - und das in zunehmenden Maße. Zum Beispiel zur Berechnung und Darstellung der Altersentwicklung,  Sicherung des Friedens oder dem Umbau der Energiesysteme.
So standen bereits 2016 fast 30.000 Windenergieanlagen, die man ohne künstliche Intelligenz kaum noch regeln könnte, erläuterte Hubert Zitt..

 

 

 

Fragen, die sich stellen, wenn man mit KI zu tun hat

Hubert Zitt erläuterte Fragen, die sich im Zusammenhang mit KI's früher oder später stellen.
Zum Beispiel was wäre, wenn die KI's sich zu einer neuen Lebensform entwickelten und sich herausstellte, dass wir Menschen gar nicht die Krone der Schöpfung sind, sondern die sich weiterentwickelten künstlichen Intelligenzen? Und was passiert dann mit uns? Sind wir dann dem Aussterben ausgesetzt? Werden wir von den KI's verdrängt oder gar versklavt?


Welche Bedürfnisse hätte eine KI-Lebensform?
Wie würde eine künstliche Intelligenz reagieren, wenn man ihre Existenz gefährdet in dem man sie zum Beispiel abschaltet?
Kann eine KI auch eine Staatsbürgerschaft erlangen?

 

Was ist, wenn eine KI , wie Hubert es sagte, zwischen "Pest und Cholera" entscheiden müsste: Fahre ich als selbstfahrendes
KI-gesteuertes Auto in einer brenzligen Situation besser in eine Menschenmenge oder gegen einen Baum und würde dabei den menschlichen "Fahrer" verletzen? Einem Menschen würde man die eine oder andere Entscheidung, die ja in Sekundenbruchteilen getroffen werden muss, verzeihen - einer Maschine auch? Wer wäre dann im Schadensfall schuld? Der Entwickler, der Autohersteller oder der Besitzer des selbstfahrenden Autos?

Was wäre, wenn der Maschine die Abschaltung durch den Menschen droht? Wie würde sie reagieren? Sie müsste nun zwischen sich selbst und dem Menschen entscheiden. Lasse ich mich abschalten oder "schalte" ich besser den Menschen aus, der mich abschalten will? Würde die Maschine sich für den Menschen opfern? Dürfen KI's zwischen Leben und Tod von Menschen entscheiden?

Hubert Zitt  zeigte uns Beispiele zu diesem Dilemma. Unter anderem eine Szene aus den Filmen wie 2001: Odyssee im Weltraum, in der HAL 9000 abgeschaltet werden soll, der das aber nicht will und stattdessen Crewmitglieder tötet, die in Stasiskammern liegen.

Was wäre, wenn man KI's in Waffensysteme einbauen würde und diese Waffen dann selbst entscheiden, wann sie starten und wann sie wo explodieren und Menschen töten. Solche autonomen Waffensysteme wären dann, lt. Hubert, nach dem Schießpulver und der Atomrakete, die dritte Revolution in der Kriegsführung.


Wie so eine autonome Bombe möglicherweise agieren würde, könne man im  Film
Dark Star von 1974 sehen. Darin hat der Abwurfmechanismus von Bombe Nr. 20 eine Fehlfunktion. Die Bombe würde also noch im Raumschiff explodieren und das Schiff inkl. der Crew zerstören. Wie geht die KI der Bombe mit der Situation um?

 

Definition von Intelligenz

Auf einer weiteren Folie ging es um die Definition von Intelligenz. Was ist Intelligenz überhaupt?

Eine Definition hat der Erfinder des IQ •William Stern aufgebracht, erklärte Dr. Zitt. Nach dieser sei Intelligenz die Fähigkeit eines Individuums, sein Denken bewusst auf neue Situationen einstellen zu können. Also eine allgemeine geistige Anpassungsfähigkeit auf neue Bedingungen und Anforderungen des Lebens.

Eine künstliche Intelligenz hingegen sei der Versuch, eine menschenähnliche Intelligenz mit Hilfe von Computern nachzubilden.

 

Wie entsteht überhaupt eine Intelligenz?


Die menschliche Intelligenz bildet sich in mehreren Schritten aus, zeigte uns Zitt. Also von der sensorischen Intelligenz als Baby zum abstrakten Denken. Danach werde nur noch das Wissen erweitert.
Der Nachteil ist, dass der Mensch vergesslich sei und außerdem jeder Mensch von vorne anfangen muss zu lernen.

Eine Maschine hingegen müsste nur einmal alles lernen und könnte dieses Gelernte an andere Maschinen weitergeben.
Ein neuer Roboter könnte dann zum Beispiel gleich laufen und sprechen.

Hubert zeigte uns eine Szene aus dem Film •Matrix (1999). Da wollten die Darsteller mit einem Helikopter wegfliegen, wussten aber nicht wie - da wurde dann mal eben alles, was dazu an Wissen nötig ist, in ein paar Sekunden in die KI überspielt und schon konnte es losgehen.

Ein Mensch bräuchte 1,5-2 Jahre, bis er einen Hubschrauber sicher fliegen könnte.


Link zur Szene aus Matrix, wie eine LI lernt, einen Helicopter zu fliegen (YouTube, englisch)

Der Turing Test

Ob eine Maschine wirklich intelligent ist oder nicht hat der Mathematiker •Alan Turing definiert, erörterte Hubert Zitt. Würde man sich mit jemanden/etwas  (blind) unterhalten und könne dabei nicht unterscheiden, ob es sich um eine Maschine oder um einen Menschen handele, sei der Test bestanden.
Bis heute habe keine Maschine den Turing Test wirklich bestanden, obwohl es schon erstaunliche Erfolge gäbe.

Als Beispiel zeigt uns Hubert eine Filmszene aus •Ex Machina  (2015), in der sich der Protagonist (Caleb) mit einer künstlichen Maschinenintelligenz (Ava) unterhält.
Das interessante dabei ist, dass in diesem Fall der Mensch genau weiß, dass es sich um eine Maschine handelt und ihr trotzdem abnehmen würde, dass Ava ein echter Mensch sei.

Ein weiteres Beispiel zeigte uns Dr. Zitt mit einer Filmszene aus dem Film "Wargames" (1983). Der Hauptakteur, ein Hacker, gelang es darin, sich mittels eines •Akustikkopplers  in den Militärcomputer des Pentagons einzudringen und glaubte, mit diesem ein Kriegs- bzw. Strategie-Spiel zu spielen. Nur, dass dabei echte nukleare Raketen gestartet wurden. Um dem Computer, also der KI dahinter, klarzumachen, dass man diese Art von "Spiel" nicht gewinnen könne und er die Raketen deaktivieren müsse, musste man ihn erst davon überzeugen. Das tat man dann im Film, indem man ihn mit sich selbst "Tic Tac Toe" spielen ließ. Nur so konnte die KI erkennen, dass es sinnlos ist, ein Spiel zu spielen, das man nur verlieren konnte. das
 


Clip von Wargames

Maschinen und der Mensch

Durch die Industrialisierung, erklärte Zitt, die im 18. Jahrhundert mit Einführung der Dampfmaschine begann und über Massenfertigung, Elektronik und Computertechnik bis zu Industrie 4.0 reicht, stellte sich der Mensch immer dieselben Fragen:

Wo bleibt der Mensch, was wird aus den Arbeitsplätzen und was wird in Zukunft überhaupt noch von Menschen erledigt?

Die Antwort lautet, gemäß einer Studie von Boston Consulting (im Bezug auf Industrie 4.0), dass bis 2025 über 600.000 (alte) Arbeitsplätze wegfallen würden - aber gleichzeitig ca. eine Millionen neue Arbeitsplätze entstünden.

So zeigte Hubert uns auf, dass es einen Zusammenhang zwischen Bildungsabschluss und Automationswahrscheinlichkeit gäbe.
So würden Tätigkeiten, die ein eher niedrigeres Bildungsniveau erfordern, zu ca. 75% automatisiert und Tätigkeiten, die eine Bildung im Promotionsbereich erfordern, mit einer Wahrscheinlichkeit von unter 25% automatisiert werden. Alles andere läge dazwischen.

 

Das Internet der Dinge

Hubert Zitt betrachtete in seinen Ausführungen auch das Internet der Dinge, das eigentlich eher ein Internet of all würde, weil bereits fast alles irgendwie vernetzt sei. Hubert zeigte uns eine Grafik, die verdeutlichte, wie diese Vernetzung stetig ansteigt.
Es wird erwartet, dass im Jahre 2020 (also in 2 Jahren) ca. 25 Milliarden Geräte permanent mit dem Internet verbunden sein werden.

Es folgten ein paar interessante Beispiele:

 

•So zum Beispiel das Smart Home, bei dem alle möglichen Haushaltsgeräte über das Internet vernetzt sind - wie etwa Lampen, Steckdosen, Thermostate, Unterhaltungselektronik - die man einfach per Sprachsteuerung (Beispiel Alexa) und /oder per Handy-App steuern und bedienen kann.

•Oder die elektrische Zahnbürste, die über das Handy mit dem Internet verbunden ist und dem Nutzer anzeigt, an welcher Stelle dieser noch nachputzen müsste.

•Das kurioseste Beispiel aber war ein Sexspielzeug, welches per Handy-App angesteuert werden kann und interessante Modi aufweist.


Zahnbürste und Sex-Spielzeug

Welche Gefahren lauern beim Internet der Dinge?

Damit die Geräte funktionieren können, werden natürlich Daten erzeugt und verarbeitet, erklärte Hubert Zitt - und diese würden mindestens an den Hersteller übermittelt, damit die Geräte überhaupt funktionieren. Die Frage hierbei sei jetzt, welche Daten erhoben und übermittelt werden und ob diese wirklich für die Funktion des Gerätes notwendig sind? Die Erfahrung zeigt, dass diese intelligenten Apparate mehr Daten übermitteln als für die reine Funktion gebraucht  werden. Mit diesen Daten können die Firmen alles mögliche machen. Das geringste hierbei sei personenspezifische Werbung. Jedoch sei das Zusammenführen personenbezogener Daten auch für andere Dinge nützlich und wiederum für andere Unternehmen Gold wert, die diese Daten dem Hersteller abkaufen


Am Beispiel des oben genannten Sex-Spielzeuges ist zu erkennen, welche Daten auf den Servern der Hersteller landen können

 

Reale Beispiele für die Verwendung von personenbezogener Daten

Um eine künstliche Intelligenz mit Wissen zu versorgen seien sehr viele Informationen notwendig, wie Dr. Zitt aufzeigte. Die könne man sich u. a. auf oben genannten Wegen beschaffen. Mit diesen Daten kann eine KI zum Beispiel das Kaufverhalten eines Kunden erfassen, auswerten und zum Beispiel individualisierte Werbung an den potenziellen Käufer bringen

Wie so etwas aussehen kann, zeigte ein Fall aus Minnesota.

Das geänderte Kaufverhalten einer minderjährigen Frau (plötzlich keine Tampons mehr, unparfümierte Cremes, Nahrungsergänzungsmittel usw.) wurde von den Kassen registriert. Die gesammelten Daten wurden Produktherstellern übermittelt, die daraus ein Kundenprofil angefertigten. Dieses Profil stufte eine KI die Kundin als werdende Mutter ein. Daraufhin kam es zu Werbesendungen für Babyprodukte und welche für werdende Mütter.

Auf diesem Wege erfuhren die Eltern, dass ihre Tochter offenbar schwanger war - die Werbeindustrie wusste es vorher!

Als weiteres Beispiel stellte Hubert uns eine Frau aus Karlsruhe vor, die mal testen wollte, ob das hier in Deutschland auch passieren kann. Sie bezahlte ihre Tampons einige Wochen bewusst nicht wie sonst mit der PayBack-Karte. Und prompt kam Werbepost - ebenfalls von Herstellern von Produkten für werdende Mütter.

Das beweist, dass personenbezogene Daten übermittelt, gespeichert, ausgewertet und gezielt eingesetzt werden!

 

Mooresches Gesetz

Gordon Moore stellte 1965 (!) die Hypothese auf, dass sich die Anzahl der Transistoren in integrierten Schaltkreisen alle 18 Monate verdoppele, was als •Mooresches Gesetz in die Literatur einging. Tatsächlich habe sich das "Gesetz" bis heute (mit leichten Modifikationen) bestätigt, bewies Hubert Zitt.

Er zeigte auf einem Zeitstrahl auf, wann welche Rechenleistungen erbracht wurden. In der Tat konnte man sehen, dass Herr Moore weitestgehend recht behielt.

 

Interessant war in dem Zusammenhang, dass die besten Rechner schon im Jahr 2000 eine Rechenleistung eines Insekts hatten.
Heute sind wir bereits knapp bei der
Rechenleistung einer Maus.

Natürlich durfte ein Beispiel aus Star Trek nicht fehlen: Anhand der Angaben, die Data aus Star Trek TNG - Folge "Wem gehört Data" (1988, Folge 2x09) erläuterte, hätte er eine Arbeitsgeschwindigkeit von 60 Billionen Operationen pro Sekunde und eine Speicherkapazität von 100.000 Terabyte (100 Petabyte) - Damit wäre er auch nur bei der Leistung einer Maus!

Die Entwicklung der Rechnersysteme

Hubert Zitt zeigte uns einige Folien, in denen die Entwicklung der Rechnersysteme aufgelistet waren. Ganz oben stand der Roboter "Shakey" (1960er Jahre), der einen RAM-Speicher von 192 Kilobyte hatte und 12.000 Operationen pro Sekunde schaffte.
2011 gab es "Watson" von IBM, der einen Arbeitsspeicher von 16 Terabyte hatte und 80 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde erreichte (und somit bereits mehr als Data aus TNG).


 

Wenn man Shakey und Watson vergleicht, würde man leicht erkennen, zeigte Zitt, dass innerhalb von 50 Jahren 83 Millionen mal mehr Speicher zur Verfügung stand und 6,7 Milliarden mal mehr Rechenoperationen durchgeführt werden konnten!

Datenmengen

Die Datenmenge der gesamten Menschheit bis zum Jahr 2000 betrug etwa 2 Exabyte (1 Exabyte = 1 Millionen Terabyte = 1000 Petabyte) - hierin enthalten die Keilschrift, Inhalte aller Bücher, Bilder, Tonträger.
Heute (2018) entsteht diese Datenmenge an
einem einzigen Tag - jeden Tag! Und damit 10x mehr, als in allen Büchern der Welt enthalten sind.

Man geht davon aus, dass bis 2020 25 Exabyte und 2025 40 Exabyte an neuen Daten jeden Tag erzeugt werden.

Das Gehirn eines Menschen habe eine geschätzte Speicherkapazität von ca. 2,5 Petabyte (1 Petabyte = 1000 Terabyte), erklärte Hubert Zitt, was aber nicht direkt mit einem Computer zu vergleichen sei - diese Annahme beruht darauf, wieviele Daten nötig wären, um Erinnerungen zu speichern. Aber man geht von etwa 2,5 Petabyte und 10 Billiarden (analoge) Operationen pro Sekunde aus.

Der aktuell leistungsfähigste Computer (Sunway) hat 1,31 Petabyte RAM und schafft 93 Billiarden Operationen pro Sekunde.
Dazu benötigt er 15 Megawatt an Strom (entspricht einer Stadt mit 15.000 Einwohnern)

Ein Mensch benötigt dafür die Energie eines Stücks (5Gramm) Schokolade!

 

Programmieren war gestern

Einen Computer zu programmieren, macht ihn nicht intelligenter - das ginge nur, wenn er wie ein Kind selbstständig lernt, sagte Hubert Zitt.

Das selbstständige Lernen von Rechnern heißt Deep Learning, erklärte er.  Hierbei käme die Anwendung eines Belohnungssystems zur Anwendung, wie bei einem Menschen. Also eine Implementierung eines Punktesystems, bei dem ein Roboter mehr Punkte bekommt, wenn er etwas gut gemacht hat, und das Ziel ist, möglichst viele Punkte zu bekommen.

In diesem Zusammenhang sei bereits beobachtet worden, verblüffte uns Dr. Zitt, dass Roboter selbstlose Handlungen durchgeführt hätten - also ein menschliches Verhalten.

Hubert führte ein paar Beispiele von Deep-Leraning-Systemen auf:

2012 hat Microsoft in China den Prototyp eines selbstlernenden Übersetzungsprogramms vorgeführt, das mit Deep Learning funktioniert. Heute ist es in Skype integriert!

2015 sollte ein Rechnersystem selbstständig lernen, 49 verschiedene klassische Computerspiele zu spielen. Das Belohnungssystem hat dazu geführt, dass der Computer solange herumprobiert hatte, bis er die maximale Punktezahl erreicht hatte und somit alle PC-Spiele mit Bestleistungen spielen konnte.

2016 hat eine lernfähige Software namens "AlphaGo" den weltbesten Go-Spieler geschlagen

 

Siri und Co - verbale Kommunikation mit einer KI

Die Sprachassistenten Alexa (Amazon), Siri (Apple), Google Home (Google) oder Cortana (Microsoft) haben alle was gemeinsam: Sie hören aufs Wort und führen Befehle aus, auf die sie programmiert sind und durchsuchen das Internet, um auf alle Fragen eine Antwort zu finden erläuterte Dr. Zitt. Cool sei, dass eines von Amazons Alexas Aktivierungsworten das Wort "Computer" sei - was bei Star Trek gang und gäbe wäre.



 

Allem voran zeigte Hubert uns die bekannte Szene aus Star Trek IV, in der Scotty versucht mit dem Computer verbal zu kommunizieren, der dazu noch gar nicht in der Lage ist.


Szene aus Star Trek IV - Scotty spricht den Computer mit "Computer" an
 
•Link zu YouTube, (Bild oder Link anklicken)

Es findet also eine Interaktion zwischen Computer und Mensch statt.
Bis vor Kurzem war das noch Science Fiction - heute ist das durchaus schon (im gewissen Rahmen) möglich, erklärte Hubert Zitt.
2017 wurde der Roboter "Sophia" von der Firma Hanson Robotics vorgestellt, der ein menschliches Aussehen hat und fast wie eine menschliche Frau spricht. Zudem habe sie eine Gesichtserkennung und eine Gesichtsmimik.
Interessanterweise hat Saudi Arabien Sophia die saudische Staatsbürgerschaft verliehen - somit ist Sophia der erste Roboter, der eine Staatsbürgerschaft besitzt!


 

KI als Lebensform mit Bewusstsein und Gefühlen

Bei der Kommunikation sei nicht nur Sprache und Worte wichtig, sondern auch Emotionen. An Emotionaler Kommunikation müsse noch gearbeitet werden. In Serien wie Star Trek oder Filmen wie I Robot oder Ex Machina wurde dargestellt, wie das aussehen könnte.

Unter anderem wurde der
Holo-Dr. Moriarty aus TNG-Folge 2x03 angeführt, der darüber diskutiert, dass er eine empfindsame Lebensform sei, die nicht nur im Holodeck leben möchte, sondern auch, wie alle anderen, rausgehen können will.
Emotional ging es auch bei der TNG-Folge "
Wem gehört Data" (2x09) zu, in der geklärt werden musst, ob Data eine Maschine oder eine Lebensform sei.

Ein weiteres Beispiel ist der Film "•Her" (2013), in dem sich ein schüchterner Mann in die künstliche Intelligenz "Samantha" seines Rechners/Handys verliebt.



Trailer zu Her

Wie geht es weiter?

Wie genau die Zukunft aussieht, weiß keiner, meinte Hubert Zitt, aber wenn man "Deep Learning", "Das Internet der Dinge" und das ständige Wachstum des Internets zu Grunde legt, seien die Voraussetzungen für die (Weiter-) Entwicklung der Künstlichen Intelligenzen gelegt.
Denn bereits heute würden "•neuromorphe Chips" gefertigt, die wie Synapsen im menschlichen Gehirn funktionieren und denken können - nur 10.000-mal schneller!

Einen kleinen Einblick könnte man aus dem Film "•The Time Machine" (2002) mitnehmen.
Der Protagonist trifft im  Jahre 2030 in der Bibliothek von New York auf ein interaktives Assistenzsystem, das ihm seine Fragen beantwortet.


 

 

Abschluss

Damit war Hubert Zitt am Ende seines Vortrages angekommen. Er schloss den Vortrag mit einigen Zitaten aus dem Buch "•Smarte Maschinen" von Ulrich Eberl. In den Fotos kannst du einige davon lesen.

 


Ende des Vortrages

Damit endete der Vortrag mit tosendem Beifall. Es durften noch Fragen gestellt werden, aber so viele kamen da nicht.
 

Anschließend haben wir noch zusammengestanden, uns unterhalten - aber keine, wie sonst - Gruppenfotos gemacht. Anschließend ist eine kleine Gruppe von uns dann zusammen mit Hubert noch eine Kleinigkeit Essen und Trinken in •Hermann's Café Bar gegangen. Abschließend brachten wir (Peter Kernspecht und ich) Hubert zu seinem Hotel in die Innenstadt zurück. Ich verabschiedete ihn mit dem Versprechen, den Bericht bald zu schreiben. Nun...es hatte länge gedauert, als gedacht - aber nun ist es ja fertig !


Dank

Mein großes Lob und Dank geht wieder mal an Dr. Hubert Zitt, dessen einzigartige Vortragsweise Lust auf Star Trek und Science Fiction sowie die aktuelle und kommende Technik macht, den Mitgliedern von der Euroavia, ohne deren Einsatz gar keine Star Trek Vorlesung in Braunschweig stattgefunden hätte. Herrn Rechel von der Öffentlichen Versicherung, der die Veranstaltung gesponsert hat, leider aber gar nicht anwesend war. Des weiteren danke ich Peter Kernspecht, der wie immer die guten Fotos geschossen hat. Ansonsten habe ich mich gefreut, einige Freunde wieder zu treffen.


Fotos (in loser Reihenfolge) 

noch sortieren...und ggf löscen...

Alle Bilder zum Vergrößern anklicken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 


Links

•Euroavia Braunschweig
•Facebookseite der Euroavia Braunschweig

•Öffentlichen Versicherung Braunschweig, Herr Rechel

•HERMANN's Café Bar

Vorankündigung zu dieser Vorlesung in Braunschweig.

Bericht von der Star Trek-Vorlesung in Braunschweig vom • Januar 2017

Bericht von der Star Trek-Vorlesung in Braunschweig vom • Januar 2015

Bericht von der Star Trek-Vorlesung in Braunschweig vom • Januar 2014

Bericht von der Star Trek-Vorlesung in Braunschweig vom • Januar 2013

Bericht von der Star Trek-Vorlesung in Braunschweig vom • Januar 2012

Bericht von der Star Trek-Vorlesung in Braunschweig vom • Januar 2011

 

2016 gab es einen Vortrag zum Theme "Zurück in die Zukunft", der nichts mit Star Trek zu tun hatte, daher gibt es auch keinen Bericht dazu!

 

Weitere Informationen zu den Star Trek Vorlesungen natürlich unter •www.startrekvorlesung.de.


Passende Buch- und Videotipps aus dem GTJLCARS Online-Shop :